Die USA und Israel bombardieren Iran, Khamenei ist tot. Europa steht vor der Frage, ob seine viel beschworenen Werte nur Rhetorik bleiben – oder auch dann gelten, wenn für sie Bomben fallen.
Die CDU hat auf ihrem Parteitag mehr als einen Vorsitzenden bestätigt. Sie hat sich selbst bestätigt – als Partei der Mitte, mit einem Selbstbewusstsein, das lange gefehlt hat.
Wer „Linksliberalismus“ für Europas Krise verantwortlich macht, verkennt die eigentliche Dynamik: Eine konfliktscheue, technokratische Mitte überlässt moralischen Minderheiten die Deutungsmacht und entkernt den Liberalismus selbst. Eine Replik auf Marc Felix Serrao.
Die SPD taumelt aus ihrem schlechtesten Wahlergebnis und klammert sich an ein Programm, das das Land längst nicht mehr teilt. Während die AfD wächst, blockiert die SPD die politische Mitte. Entscheidet sie sich jetzt endlich für die Stabilität der Demokratie – oder für sich selbst?
Einst war sie die Stimme der Arbeit, heute spricht die SPD vor allem zu sich selbst – moralisch ergriffen, politisch erschöpft. Ein Abgesang auf eine Partei, die vergessen hat, wofür sie einmal da war.
Empörung als Ritual: Wenn Medien toben und die Mehrheit längst entschieden hat. Warum die „Stadtbild“-Debatte mehr über den Diskurs verrät als über Friedrich Merz.
Am Sonntag berät die CDU über ihren Kurs zwischen Abgrenzung und Anspruch. Die Brandmauer, einst Schutz der Demokratie, ist zum Prüfstein ihrer eigenen Rolle geworden – und zur Frage, ob die Union noch die Kraft zur Mitte hat.
Die Legende von der „Abstimmung mit der AfD“ hält sich hartnäckig – genährt von Empörung, Moral und strategischer Angst. Sie erzählt von Schuld und Verrat, doch in Wahrheit offenbart sie etwas anderes: wie moralische Deutung politische Realität ersetzt – und wie Macht aus Narrativen entsteht, nicht aus Fakten.
Es geht nicht um Befindlichkeiten, sondern um Geografie im Kopf: Wer die Ost-West-Schablone auflösen will, sollte Europa neu vermessen. Ostdeutschland liegt nicht am Rand, sondern in der Mitte.